Wladimir Antonow

Grundprinzipien des Unterrichts
psychischer Selbstregulierung
an Kinder und Jugendliche


W.W.Antonow

Die inzwischen vorliegende Erfahrung über vielfältige Formen des Unterrichts psychischer Selbstregulierung an Kinder und Jugendliche gestattet es, folgende Empfehlungen zu formulieren:

1. Eine gezielte ethische Arbeit sollte unbedingt von einem Lehrer mithilfe des Unterrichts psychischer Selbstregulierung geführt werden und bei den Lernenden eine moralische Grundlage schaffen.

2. Denkbar sind sowohl separate Kinder- und Jugendgruppen als auch Gemeinschaftsgruppen mit Beteiligung der Eltern. Im letzteren Fall wird das Programm auf die Jüngeren ausgelegt, aber die Eltern nehmen bereitwillig am Unterricht teil. Ein Vorteil der zweiten Arbeitsvariante ist das Aufkommen gemeinsamer Interessen in der Familie und so die Verhinderung einer Entfremdung.

3. Ohne ausdrückliche medizinische Anzeige ist bei Kindern und Jugendlichen dringend abzuraten von Übungen an reflexbildenden Zonen der Emotions- und Willenssphäre (mit Ausnahme einfachster Übungen am Anahata-Chakra). Dies liegt daran, dass die Übungen nicht mit der Einnahme von Alkohol während und nach dem Lehrgang vereinbar sind — wobei man sich nicht darauf verlassen kann, dass die jetzt teilnehmenden Kinder und Jugendlichen diese Regel auch in den Folgejahren einhalten werden.

4. Der Schwerpunkt der Arbeit sollte nicht auf hohe Resultate gelegt werden, sondern vielmehr auf Horizonterweiterung und umfassendes Informieren der Lernenden, um ihnen bei der Wahl des Lebensweges im Erwachsenenalter zu helfen. Bereichern Sie den Unterricht durch Ästhetik und Sport. Als Ergänzung denkbar sind auch Choreographie, Musik, Fotografie, Malerei, Touristik, körperliche Abhärtung, Ökologie, Literaturwissenschaft oder Philosophie — je nach Kompetenz des Lehrers. Oder man kann auch — auf der anderen Seite — den Unterricht der verschiedenen Themengruppen durch Elemente der psychischen Selbstregulierung bereichern.

5. Die Savasana-Übung sollte einem Kind unter 12 Jahren nicht gelehrt werden. (Ausnahmen von dieser Regel sind nur nach ärztlicher Anzeige zulässig; die Seancen sollen dann von einem Facharzt durchgeführt werden. Der Grund liegt darin, dass manche Kinder nur schwer tiefe Entspannungszustände wieder verlassen).

6. Denkbar sind Übungen an reflexbildenden Zonen der Emotions- und Willenssphäre sowie ähnliche Methoden, die bei der medizinischen Behandlung einiger neurologischer und psychischer Kinderkrankheiten zum Einsatz kommen. Besonders wirksam ist diese Methodik in Korrelation mit Sozialisierungsstörungen.

7. Am leichtesten ist es für Kinder und Jugendliche, Übungen mit bildlichen Darstellungen zu meistern. Für gewöhnlich schwerer fällt ihnen das Beherrschen der Konzentration. Dabei ist gerade das Erlernen der Konzentration besonders wichtig für ihre Schulleistungen. Sehr hilfreich in dieser Hinsicht ist es, „tötungsgebundene“ Nahrungsmittel (d.h. solche aus Körpern getöteter Tiere) aus ihrer Diät auszuschließen und gleichzeitig den Prozentanteil von Eiweiß aus Milch und Eiern zu erhöhen. Diese Empfehlung ist nützlich in jeder Hinsicht und für alle Menschen ohne Ausnahme.

8. Interessante positive Ergebnisse bringt die Anwesenheit (nicht aber gleichberechtigte Teilnahme) von Kindern am Ausflugsunterricht von Gruppen, in denen ihre Eltern lernen. Bei einer unaufdringlichen Herangehensweise schaltet sich bei Kindern ein wichtiger Lernmechanismus ein: die Nachahmung. Sie lernen, mit der Natur und allen Lebenserscheinungen behutsam umzugehen, gewöhnen sich daran, in einem Zelt zu leben, Lagerfeuer zu errichten und Speisen darauf zuzubereiten, erwerben mehr Disziplin (Aufstehen am frühen Morgen, Gymnastik, Morgenbad usw.), lernen die Schönheit der Natur zu sehen und sich auf sie einzustimmen. Sie eignen sie auch leicht die Abhärtungsprozeduren an und bestehen später beispielsweise selbst darauf, zusammen mit Erwachsenen an den “Frierbädern” teilzunehmen [1].

Zur Anwendung von “Frierbädern” [2] bei Kindern sei Folgendes angemerkt: Diese Abhärtungsmethode erlaubt es, den tolerierbaren Temperaturbereich des wachsenden Organismus fürs ganze Leben zu erweitern und ihn abzuhärten. Ihr Einsatz muss aber unbedingt unter folgenden Bedingungen stattfinden:

a) volle Freiwilligkeit aufseiten des Kindes, die auch jegliche Überredung ausschließt: Das Kind weiß besser als alle anderen, wann sein Körper dazu bereit ist;

b) günstige emotionale Einstellung aller beteiligten Erwachsenen;

c) nicht zulässig sind Versuche des Frierbad-Heilens (Gleiches gilt für das Begießen mit kaltem Wasser) bei Kindern, die durch langwierige Krankheiten geschwächt sind. “Frierbäder” als ein Heilverfahren sind wirksam bei der Therapie einiger örtlich begrenzter Krankheitsprozesse bei denjenigen Kindern, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt insgesamt “vor Gesundheit strotzen”. Der heilende Mechanismus ist hierbei der bioenergetische Stress als Reaktion auf den “Kälteschlag”. Einem durch langwierige Krankheit geschwächten Organismus fehlt aber jenes energetische Potenzial, das den geschilderten Energieprozess in Gang setzt. In solchen Fällen erweisen sich, umgekehrt, Heiß- und Dampfbäder oder die Sauna als wirksam.

 

Literatur

 

  1. Antonow W.W. — Spirituelle Praktiken. (Lehrhilfe). Polus Verlag, SPB, 1998.
  2. Antonow W.W. — Ökologie des Menschen im multidimensionalen Raum. (In Russisch). Polus Verlag, SPB, 2000.

 

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